| Chronische Krankheit erhöht Risiko für Depression beim Mann |
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Chronisch kranke junge Männer Risikogruppe für Depressionen Jüngere Männer mit einer chronischen Erkrankung sind als Risikogruppe für Depressivität zu betrachten. Durch ein eher aktives Umgehen mit ihrer Krankheit kann dem möglicherweise präventiv begegnet werden. Wichtig ist überdies, dass die Betroffenen die Einstellung übernehmen bzw. erlernen, dass sie ihre Krankheit kontrollieren können (und nicht umgekehrt). In einer finnischen Studie wurden jüngere Männer und Frauen (Alter 32) untersucht – ausschließlich Personen, die an einer chronischen Erkrankung (vor allem Asthma, Allergie, Diabetes) litten. Die männlichen Chroniker klagten in erheblichem Maße auch über depressive Symptome (die weiblichen Chronikerinnen sehr viel seltener). Die Wissenschaftler interpretieren ihre Forschungsergebnisse so, dass sie dahinter einen generellen Effekt vermuten, der Männer gegenüber externen Beeinträchtigungen schutzloser macht. Denn psychosoziale Schutzmechanismen wirkten bei Männern nicht. In die Untersuchung einbezogen waren Teilnehmer einer Verlaufsstudie. Insgesamt 257 chronisch erkrankte und 664 gesunde Männer und Frauen, alle im Alter von 32 Jahren. Etwa 20 Prozent der chronisch Erkrankten (aber nur 12 Prozent der Gesunden) wiesen Anzeichen einer depressiven Erkrankung auf. Auffällig waren die Geschlechtsunterschiede: Innerhalb der Gruppe chronisch Erkrankter wurden 25 Prozent der Männer als depressiv eingestuft (10 Prozent der Frauen). Dieser Unterschied blieb bei einer Kontrolle sozialstatistischer Merkmale bestehen. Chronisch erkrankte Männer zeigten etwa dreimal so oft wie nicht erkrankte Männer Depressions-Symptome (3,1:1) (dagegen unterschieden sich erkrankte und nicht erkrankte Frauen kaum: 1,1:1). Die Wissenschaftler hatten neben dem Aspekt Depressivität auch noch einige andere Persönlichkeitsmerkmale in Fragebögen erfasst wie Kontrollerwartung (Locus of Control, das Ausmaß, in dem man glaubt, selbst Bedingungen beeinflussen zu können), unterschiedliche Bewältigungsstrategien im Umgang mit Krankheit (wie kognitive Deutungen, aktives Handeln) und soziale Unterstützung, also die Intensität und Reichweite des persönlichen Netzwerkes guter Freunde. Bei Männern überwogen Überzeugungen, dass dies eher von äußeren Einflüssen (Schicksal, Erbanlagen usw.) abhängig ist. Die persönliche Kontrollerwartung war nach den Analyse-Ergebnissen jedoch jener Faktor, der am stärksten vor psychischen Beeinträchtigungen bei Vorliegen einer chronischen Erkrankung schützt. Quelle: Social science & medicine 2007, vol. 65, no2, S. 173-186 |