ADHS-Medikament gefährlich
ADHS-Medikamente wirken wie schwere Drogen                            Jungen mit Aufmerksamkeitsdefiziten wird besonders häufig der Wirkstoff Methylphenidat verordnet (Ritalin). Dieses Medikament wird nun erneut kritisiert. Das Präparat löste im Versuch mit Mäusen ähnliche Reaktionen aus wie das Rauschgift Kokain. Wissenschaftler der US-amerikanischen Rockefeller Universität in New York hatten im Tierversuch die Langzeitfolgen von Methylphenidat untersucht. Zwei Wochen lang bekamen Mäuse täglich entweder Kokain oder Methylphenidat verabreicht.  Anschließend untersuchten die Neurologen das Belohnungszentrum im Gehirn der Tiere. Tatsächlich hatten beide Substanzen in ähnlicher Weise auf die Nervenzellen gewirkt. In manchen Fällen zeigte das Medikament zur Behandlung des „Zappel-Philipp-Syndroms“ sogar stärkere Effekte als das gefährliche Kokain. Bei den mit Methylphenidat behandelten Mäusen fanden die Forscher vor allem ein ganz bestimmtes Protein. Dieses Eiweiß bildet sich nach der Einnahme von süchtig machenden Drogen im Gehirn. Es scheint vor allem für die Langzeitwirkungen von Suchtmitteln verantwortlich zu sein. Sowohl Kokain als auch Methylphenidate zählen zu den Psychostimulantien. Bisher wurde der Wirkstoff als eher harmlos eingestuft. (Quelle: GesundheitPro vom 5. Februar 2009)