Armer Mann stirbt früher

Männer mit geringerem Einkommen sterben früher             Männer, die weniger verdienen, sind mehrfach benachteiligt: Durch ihr geringeres Einkommen, durch eine geringere Altersversorgung - und dann sterben sie auch noch früher. Die Chancen, nach dem Austritt aus der Berufsarbeit noch lange zu leben, sind nämlich ganz unterschiedlich verteilt: mehr Einkommen bedeutet längeres Leben. Männer, die ein höheres Lebensarbeitseinkommen hatten und daher höhere Bezüge aus der Altersversorgung erhalten, leben um bis zu fünf Jahre länger als Männer mit niedrigerem Einkommen. Die Spanne liegt zwischen 14,6 und 19,6 Jahren Lebenserwartung nach dem 65. Lebensjahr.

Das zeigt eine Studie des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung (FDZ-RV) in Berlin und des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels. Damit sind die Differenzen unter Männern ähnlich hoch wie zwischen Frauen und Männern. Für die Studie wurden anonymisierte Datensätze der Deutschen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes ausgewertet. Allein zwischen 1999 und 2003 hat sich die Lebenser­wartung 65-jähriger Männer um rund drei Monate erhöht, zeigen die Daten. Die Lücke zwischen den Lebenserwartungen verschiedener Einkommens- und Laufbahngruppen hat sich kaum verkleinert. Durch hohe Arbeitslosigkeit, Einschrän­kungen bei der gesetzlichen Alterssicherung und im Gesundheitswesen könnte sie sogar eher größer werden. Politische Strategien, um der Ungleichheit zu begegnen, gebe es in Deutschland bislang nicht. (Quelle: WSI Mitteilungen 5/2008)