Sexuelle Belästigung von Männern PDF Drucken E-Mail

Sexuelle Belästigung von Männern am Arbeitsplatz   Von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sind weit mehr Männer betroffen als bisher angenommen wurde. Das belegt eine repräsentative Studie, die in der Schweiz durchgeführt wurde. Untersucht wurden alle Formen sexueller Belästigung, von Briefen oder Mails, sexualisierten Witzen, Abwertungen und Anspielungen, pornografischen Bildern bis hin zu Aufforderungen, aufdringlichem Verhalten, unerwünschtem Körperkontakt und Vergewaltigung. Innerhalb eines Jahres waren fast ein Drittel der Männer Opfer sexueller Belästigung, im gesamten Berufsleben ist es beinahe die Hälfte der Männer, die von solchem Verhalten betroffen sind. Die Unterschiede in der Häufigkeit der sexuellen Belästigung sind nicht so hoch wie erwartet. Allerdings ist das subjektive Empfinden der Belästigung sehr unterschiedlich: Männer empfinden sich selbst weniger häufig als Opfer.

Die am häufigsten erlebten Verhaltensweisen sind allgemeine abwertende Sprüche oder Witze, Nachpfeifen und obszöne Gebärden, Gesten etc. unerwünschte abwertende oder obszöne Briefe oder E-Mails und auf die persönlich bezogene abwertende oder Sprüche. Mittlere Verbreitungswerte erreichen unerwünschte pornographische Bilder, unerwünschter Körperkontakt, Einladungen mit sexueller Absicht und aufgezwungene Geschichten mit sexuellem Inhalt, Begrabschen oder Küssen. Am seltensten berichtet wird von sexueller Erpressung, sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung.

Bei den in den vergangenen 12 Monaten erlebten potenziell belästigenden Verhaltensweisen wurden das Geschlecht der Verursacher von potenziell belästigendem Verhalten und die berufliche Beziehung zur befragten Person erfasst. Bezogen auf das Geschlecht der Urhebenden sind insgesamt gesehen in rund zwei Drittel der berichteten Fälle Männer die Urheber, in einem Fünftel sind beide Geschlechter beteiligt und in einem guten Sechstel geht das Verhalten von Frauen aus. Wo Männer Opfer sexueller Belästigung werden geht das Verhalten ebenfalls in rund der Hälfte der Fälle von Männern aus, zu je einem Viertel aber von Frauen oder von gemischtgeschlechtlichen Urhebenden. Sexuelle Erpressung, Begrabschen/Küssen und unerwünschte Einladungen mit sexueller Absicht gehen für beide Geschlechter fast ausschließlich vom anderen Geschlecht aus. Über alle Verhaltensweisen betrachtet sind bei Männern bei drei Fünfteln der berichteten Vorkommnisse die Urhebenden mehrere Personen.

Nach Branchen differenziert sind im Gesundheits- und Sozialwesen Männer vergleichsweise häufig mit potenziell belästigendem Verhalten konfrontiert. Die Branchen, in welchen potenziell belästigendes Verhalten für beide Geschlechter überdurchschnittlich häufig vorkommt, sind Verlags- und Druckgewerbe, Gastgewerbe, Nahrungsmittelindustrie und Chemie. In den Bereichen Banken/Versicherungen, Post/Telekommunikation, Persönliche Dienstleistungen, Textilgewerbe, Baugewerbe sowie Detailhandel berichten Frauen überdurchschnittlich häufig von derartigem Verhalten

Sexuelle Belästigungen bei Männern können zu Scham- und Schuldgefühle führen und körperliche und psychische Beschwerden verursachen; das Betriebsklima und Beziehungen zu Arbeitskolleginnen und -kollegen leidet. Abfallende Arbeitsleistungen können ebenfalls eine Folge sein, viele Betroffene sehen nur noch den Ausweg, ihre Stelle zu kündigen.

Auftraggeber dieser ersten nationalen Studie zu dieser Thematik waren das Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Die Studie kann als PDF-Datei heruntergeladen werden unter:  http://www.ebg.admin.ch/themen/00008/00074/00219/index.html?lang=de
 
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