Viele junge Männer leiden unter Ess-Störungen PDF Drucken E-Mail

Ess-Störungen betreffen häufig auch Jungen und Männer        Unter Ess-Störungen leiden Experten zufolge viele junge Männer. Krankhaftes Essverhalten wurde ein Männerthema: In Deutschland seien rund 70 000 Männer von Magersucht, Bulimie oder Fresssucht betroffen. Grund für diesen „Adoniskomplex“ seien oft Minderwertigkeitsgefühle und Probleme mit dem männlichen Rollenverständnis, berichtet die Fachzeitung „Ärztliche Praxis“.Besonders Magersucht werde bei jungen Männern häufig nicht erkannt. Studien von Manfred Fichter, Leiter der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee, deuten darauf hin, dass Jungen und Männer häufiger von einer Ess-Störung betroffen sind, wenn sie Schwierigkeiten mit ihrer Identität als Mann und dem männlichen Rollenverständnis haben: mangelnde Konfliktfähigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, emotionale Schwierigkeiten, Versagensängste, die Unfähigkeit, nein zu sagen und eigene Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und durchzusetzen.

Mögliche Auslöser sind auch Ängste bezüglich der Sexualität oder Probleme mit dem Erwachsenwerden an sich. Das Dilemma: Magersucht wird bei jungen Männern meistens viel zu spät erkannt. Viele Mediziner stellen Magersucht oder Bulimie bei Jungen zu spät fest, Gewichtsabnahme wird mit Wachstumsschüben erklärt. Auch Betroffene schieben die Suche nach Hilfe selbst hinaus, weil ihnen die „Mädchenkrankheit“ peinlich ist. „Magersüchtige haben ein ganz durchdringendes Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit“, sagt Detlev O. Nutzinger, Leiter der psychosomatischen Klinik in Bad Bramstedt bei Hamburg. Daraus entstehe der Wunsch, zumindest einen Teil des eigenen Lebens kontrollieren zu können, ein Stück Autonomie zu erlangen. Und sei es auch nur über den eigenen Körper. Eltern, medizinische und pädagogische Fachkräfte sollten stutzig werden, wenn ihr Jungen oder junge Männer exzessiv Sport treiben und dabei zusätzlich durch Diäten stark abnehmen. Die Heilungschancen durch eine psychotherapeutische Behandlung sind viel höher, wenn die Krankheit früh diagnostiziert wird. Quelle: http://www.aerztlichepraxis.de/rw_4_Archiv_HoleArtikel_394592_Artikel.htm

 
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