Durchatmen ist besser als rumbrüllen PDF Drucken E-Mail

Bei Ärger: Tief Durchatmen!            Sehr viele Männer sind fest davon überzeugt, dass sie „Dampf ablassen“ müssten, wenn sie wütend sind und dass sie dadurch ihren Ärger loswerden könnten. Jeffery Lohr, Brad Bushman und Bunmi Olatunji, Psychologen der Universität von Arkansas, sind dieser Annahme nachgegangen und haben zahlreiche wissenschaftliche Studien zu diesem Thema ausgewertet. Sie stellten fest: Genau das Gegenteil ist richtig! 

Die psychologischen Studien bringen alle dasselbe Ergebnis: Dem Ärger Ausdruck zu geben reduziert nicht die aggressiven Tendenzen, sondern verstärkt sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch. Dieser Effekt stellt sich unabhängig davon ein, ob der Ärger gegenüber leblosen Gegenständen oder gegenüber den Personen ausagiert wird, die den Zorn verursachen, auch Fußballspielen oder schimpfen über einen Arbeitgeber – alles hat zur Folge, dass am Ende mehr Ärgergefühle vorhanden sind als bei denjenigen, die ihre Wut nicht „abreagiert“ haben. Dieses Ergebnis gilt auch für denjenigen, die fest daran glauben, dass Abreagieren in Form von Kissen-Prügeln oder Zornäußerungen zum Beenden feindseliger oder konkurrierender Gefühle führen.

Wut und Ärger “rauszulassen” mag also z.B. in der Therapie zu intensivem Erleben des Ärgers führen. Situativ im wirklichen Leben hilft das offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Seinen Ärger angehen, indem man mal richtig „Dampf ablässt“, verstärkt den Ärger wahrscheinlich. Ärger rauslassen macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer; in einigen Experimenten führte das Ärger-Abreagieren dazu, dazu unschuldige Außenstehende betroffen wurden.. Dieses Ergebnis ist wichtig für die mentale Gesundheit der Männer – und für deren soziale Umwelt sicher ebenso.

Was hilft dem Manne? Ärger und Wut lassen oft nach oder verschwinden, wenn Entspannungstechniken angewandt werden, also z.B. tief durchatmen – der Ärger „verfliegt“ dann eher. Das haben andere Studien nachgewiesen, die ebenfalls ausgewertet wurden. Und wer jetzt darüber wütend wird, es bisher falsch gemacht zu haben: Einfach drei mal tief durchatmen!Mehr: http://dailyheadlines.uark.edu/10290.htm

Literatur: Bunmi O. Olatunji, Jeffery M. Lohr, Brad J. Bushman: “The pseudo-psychology of venting in interventions for anger and related conditions: implications for mental health practice” in: Timothy A. Cavell, Kenya Tl.Malcolm, Lawrence Erlbaum (Hrsg.): "Anger, Aggression, and Interventions for Interpersonal Violence",  Accociates 2007

 
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