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Wenn es um ihre Gesundheit geht, sorgen viele Männer vor. Wer verantwortlich mit sich, seinem Körper und auch seinem sozialen Umfeld umgeht, verhält sich in Bezug auf die eigene Gesundheit aktiv. Dazu gehört es, sich um die Familie, Freunde und vor allem Liebesbeziehungen zu kümmern, sich Zeit für sich und für andere Menschen zu nehmen. Gut ist es, sich genussvoll und sinnlich zu ernähren. Wer körperlich und mental in Bewegung bleibt, macht ebenfalls Gesundes für sich. Und dann sind dabei auch noch Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll. Manche können selbst vorgenommen werden, für andere braucht es Ärzt oder Ärztin. Folgende Untersuchungen zur Früherkennung von körperlichen Krankheiten werden Männern besonders empfohlen: Hoden, Haut, Diabetes, Herz-Kreislauf, Prostata, Augen, Darm, Schnarchen, Schilddrüsen. Darüber hinaus hat Sexualität einen besonderen Stellenwert bei der allgemeinen aktiven Vorsorge. Hodenkrebs Hodenkrebs ist die bei jüngeren Männern am häufigsten auftretende Krebsart. Die Heilungs-Chancen sind - bei rechtzeitiger Diagnose - gut. Das "Seminom" betrifft vorwiegend Männer der Altersgruppe 30 bis 35 Jahre. Das "Nonseminom" kommt aber schon bei 20- bis 25-Jährigen vor. Risikogruppen sind vor allem Männer, die als Kind einen Hodenhochstand hatten, vor allem ohne oder mit zu später Therapie. Sie sind bereits in der Pubertät gefährdet. Jeder Mann sollte bereits von der Pubertät an regelmäßig seine Hoden nach Verhärtungen, Wucherungen und anderen Auffälligkeiten abtasten. Wie das genau geht? Hier finden sich mehr Informationen zur Selbstuntersuchung der Hoden. Jede Unregelmäßigkeit sollte umgehend ärztlich untersucht werden. Ein Ratgeber der Krebsgesellschaft NRW zum Thema Hodenkrebs gibts hier zum herunterladen: Ratgeber Hodenkrebs Hautkrebs Auch Hautkrebs kommt bei Männern relativ häufig vor - auch bereits in jüngeren Jahren. Deshalb wird die Hautkrebs-Früherkennung in Kürze auch Kassenleistung. Am malignen Melanom der Haut sterben viel mehr Menschen als an allen anderen Hauttumoren zusammen. Männer sind davon stark betroffen. Der Anstieg der Mortalitätsraten und ihre absolute Höhe sind bei Männern deutlich größer als bei Frauen. Die offiziellen Todesursachenstatistiken der alten Bundesländer belegen einen generellen Anstieg der Fallzahlen von ca. 900 pro Jahr zu Beginn der 70er Jahre auf mehr als 1.600 Fälle zu Beginn der 90er Jahre. Es zeigte sich ein deutlicher Anstieg der altersstandardisierten Mortalitätsrate für Männer. Sie lag in Deutschland zu Beginn der 70er Jahre bei 1,7 pro 100.000 Einwohner; im Jahr 2000 waren es bereits 2,6 Fälle pro 100.000 Einwohner. Wichtig sind pflegende und schützende Maßnahmen – und ein guter Bezug zur eigenen Haut. Wer seine Haut kennt, erkennt leichter Veränderungen. Bei Unsicherheit ist unverzüglich ärztlicher Rat einzuholen. Die gute Nachricht: Früh erkannter Hautkrebs ist zu 100% heilbar. Besonders aufmerksam muss sein, wer hellhäutig ist und/oder viele Muttermale und Leberflecken hat. Hautkrebsvorsorge ist einfach: Die Haut selbst regelmäßig (z.B. beim Duschen) nach Auffälligkeiten absuchen oder sich gegenseitig untersuchen (mit Ihrer Partnerin oder ihrem Partner). Achtung: Hautkrebsverdächtig sind unklar umrissene oder uneinheitlich dunkle Flecken; sie können manchmal schmerzen oder jucken (das muss aber nicht sein!). Meistens gibt es nichts. Und wenn etwas auffällig ist oder sich verändert: Nicht lange zögern, sofort zum Hautarzt oder zur Hautärztin! Diabetes Bewegungsmangel und falsche Ernährung lassen den Blutzuckerspiegel steigen. Dadurch kann sich mit der Zeit Diabetes (vom Typ 2) entwickeln. Bleibt Diabetes längere Zeit unbehandelt, wird es für den Männerkörper riskant! Je früher Diabetes erkannt und behandelt wird, umso niedriger sind die Folgerisiken. Diabetes lässt sich anhand des Blutzuckerspiegels sicher diagnostizieren. Herz-Kreislauf-Erkrankungen Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sind wichtige Werte zur Bestimmung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mittels EKG können Arzt oder Ärztin detailliertere Ergebnisse erhalten. Eine Blutuntersuchung zeigt, ob Blutzucker- und Blutfettwerte normal oder erhöht sind. Diese Untersuchungen erfolgen etwa im Rahmen des Vorsorgeprogramms der Krankenkassen (ab 35 Jahren). Gleichzeitig wird meist eine Urinprobe auf Nierenerkrankungen, Infektionen, Mangelernährung und Diabetes untersucht. Prostatakrebs Prostatakrebst ist die häufigste Krebserkrankung bei westlichen Männern (ca. 20% der Krebserkrankungen). Ab dem 45. Lebensjahr sollte jeder Mann regelmäßig eine Prostata-Untersuchung vornehmen lassen. Gibt es in der Familie bereits einen Fall von Prostatakrebs, ist sie bereits ab dem 40. Lebensjahr sinnvoll. Die rektale Abtastung der Prostata (durch den After) kann angenehm empfunden werden, aber auch ungewohnt und unangenehm sein; sie ist aber nicht schmerzhaft. Ärzte und Ärztinnen können damit bereits Vergrößerungen des Organs ertasten. Möglich sind auch Untersuchungen durch Ultraschall (von außen oder mittels einer in den Enddarm eingeführten Sonde). Der sogenannte PSA-Test (Blutuntersuchung) kann ebenfalls Hinweise geben; die Nützlichkeit des Tests als reine Vorsorge ist aber sehr umstritten. Weitere Informationen der Krebsgesellschaft NRW zum herunterladen: Prostatakrebs. Unsicher ob PSA-Test oder nicht? Vielleicht hilft die Entscheidungshilfe . Für die Verbesserung der Behandlungsqualität und Versorgung von Patienten mit Prostataerkrankungen setzt sich der Dachverband der Prostatazentren Deutschlands e.V. ein (Mehr: www.dvpz.de). Ziele des Verbands sind die integrierte, interdisziplinäre und interinstitutionelle Versorgung von Patienten mit Prostataerkrankungen, Förderung von klinischer und experimenteller Forschung auf dem Gebiet der Prostataerkrankungen und die Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen und enge Kooperation der Mitglieder. Kostenfreier Informationsfilm für Prostatakrebs-Patienten: Der etwa 20-minütige Film „Leben und lieben mit Prostatakrebs“ macht Betroffenen Mut, sich mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen und unterstützt sie in ihrer Therapieentscheidung. Er beantwortet Fragen zu den unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, erklärt mögliche Nebenwirkungen und nennt Alternativen, die unter bestimmten Voraussetzungen angewendet werden und ein qualitativ gutes Leben trotz Prostatakrebs ermöglichen können. Die Film-DVD kann gratis bei der gemeinnützigen und unabhängigen Stiftung Männergesundheit unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 – 8 11 3 11 3 oder im Internet unter www.stiftung-maennergesundheit.de [Direktlink http://www.stiftung-maennergesundheit.de/projekte/film-perspektive-durch-beobachten-leben-und-lieben-mit-prostatakrebs.html] bestellt werden. Wer bereits an Prostatakrebs erkrankt ist oder wer präventiv noch mehr tun will: Eine abgestimmte Ernährung kann hier helfen! Hier gehts zum Prostata-Kochbuch.
Augen: Glaukom Glaukome (grüner Star) sind häufig Ursache einer Erblindung. Lassen Sie ab dem 40. Lebensjahr etwa alle zwei Jahre den Augen-Innendruck beim Arzt messen (keine Kassenleistung – aber trotzdem sinnvoll!). Darmkrebs Darmkrebs ist fast immer heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Zur Früherkennung eignet sich der Hämokkult-Test: Stuhlproben werden auf Briefchen aufgetragen und beim Arzt abgegeben. Ermittelt das Labor Spuren von Blut im Stuhl, kann das ein erster Hinweis auf Darmkrebs sein; weitere Untersuchungen (Darmspiegelung) werden dann notwendig. Ab dem 55. Lebensjahr wird zu einer Darmspiegelung als Früherkennungsmaßnahme geraten. Ist der Befund unauffällig, genügen weitere Untersuchungen alle zehn Jahre. Bei familiärer Vorbelastung sollte die erste Untersuchung mindestens zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Familienmitglieds erfolgen. Schnarchen: Schlafapnoe-Syndrom Viele Männer schnarchen. Neben der möglichen Belastung einer Partnerschaft kann Schnarchen gefährlich sein: Und zwar dann, wenn es mit nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe) verbunden ist. Davon sind doppelt so viele Männer (4% aller Männer!) wie Frauen betroffen. Langfristig steigt dabei Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Wer trotz ausreichender Nachtruhe tagsüber schläfrig ist, unter Konzentrationsstörungen leidet oder weiß, dass er schnarcht: eine Untersuchung auf Schlafapnoe ist dringend erforderlich (bei HNO-Ärzten oder -Ärztinnen oder bei Lungenfachärzten und -ärztinnen). Oft hilft schon Abnehmen (das ist ja auch sonst gar nicht schlecht: für Herz-Kreislauf und Sexualität), es gibt auch spezielle Sauerstoffmasken für besseren Schlaf. Schilddrüsenerkrankung Männer sind von Schilddrüsenerkrankungen seltener betroffen als Frauen; dennoch kommen sie vor: Spätestens ab dem 45. Lebensjahr sollte jeder Mann ein Mal im Jahr die Schilddrüse von Arzt oder Ärztin abtasten lassen. Sexualität Sexualität wird von vielen Männern nicht direkt mit "Vorsorge" in Verbindung gebracht. Sexualität ist jedoch für Körper und Geist, für die Lebendigkeit und damit für die Vorsorge enorm wichtig: Als Lebensenergie, Raum für Erlebnis und Sinnlichkeit, als Kontakt und Begegnung mit sich selbst und mit anderen Menschen. Sexualität als Aspekt der Vorsorge hat zwei Seiten: - Sex ist gesund, wer sexuell aktiv ist, "macht" seine Gesundheit; nicht zuletzt fördert Sexualität auch die Gesundheit einzelner Organe (Herz, Prostata) und dient dem Fettabbau; und
- lebendige Sexualität ist ein Ausdruck für persönliche und körperliche Gesundheit; wer gesund ist, möchte sexuell sein - und das ist völlig unabhängig vom Lebensalter!
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